

Am 22. Oktober 2026 besuchten die TUN-Kurse der Klassenstufe 10 der Ernst-Barlach-Realschule plus mit Fachoberschule Technik und Gestaltung in Höhr-Grenzhausen die Firma Goerg & Schneider in Boden. Organisiert wurde die Exkursion von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwald im Rahmen der Klexfahrt. Vor Ort wurden die Schülerinnen und Schüler von Frau Bolling von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwald sowie Frau Thomer, Herrn Runge und Herrn Rabago von Goerg & Schneider herzlich empfangen.
Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung erhielten die Jugendlichen zunächst interessante Einblicke in die Geschichte des Unternehmens. Die Firma Goerg & Schneider wurde bereits 1924 gegründet und konnte somit im Jahr 2024 ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Das Unternehmen ist auf Tone, Massen und Schamotte spezialisiert und verarbeitet beziehungsweise verkauft jährlich rund 600.000 Tonnen Ton. Insgesamt betreibt die Firma neun Tongruben, die jährlich von etwa 24.000 LKW angefahren werden. Der Hauptstandort befindet sich in Boden.
Anschließend wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten eine ausführliche Führung über das Betriebsgelände. Neben der Schlosserei, die vor allem für die Instandhaltung zuständig ist, wurde der gesamte Weg des Tons – von der Grube bis zum Brennen – anschaulich erklärt. Dabei erfuhren die Jugendlichen auch, dass unterschiedliche Tonarten aufgrund ihrer Zusammensetzung verschiedene Färbungen und Eigenschaften aufweisen.
In den sogenannten Lagerboxen können bis zu 400 Tonnen einer Tonsorte aufbewahrt werden. Bei Bedarf lassen sich die verschiedenen Tonarten mithilfe eines Schaufelladers mischen, der pro Schaufel zwischen drei und fünf Tonnen Ton aufnehmen kann.
Besonders beeindruckend war die Herstellung von Schamotte. Ein Schamottstein enthält zunächst etwa 25 Prozent Wasser. Würde man ihn direkt in einen 1.200 °C heißen Ofen geben, könnte das schlagartige Verdampfen des Wassers zu einer Explosion führen. Deshalb wird der Stein zunächst langsam bei 200 °C getrocknet und anschließend gemahlen. Das entstehende Schamottemehl wird beispielsweise bei der Herstellung von Fliesen und Terrassenplatten eingesetzt.
Herr Rabago demonstrierte den Schülerinnen und Schülern in diesem Zusammenhang auf eindrucksvolle Weise, wie sich Steingut und Steinzeug mithilfe der Zunge voneinander unterscheiden lassen. Diese ungewöhnliche Methode sorgte für besonderes Interesse und verdeutlichte anschaulich, dass sich die unterschiedlichen Materialeigenschaften auch mit einfachen praktischen Mitteln erkennen lassen.
Danach besuchten die Gruppen das Labor. Dort werden verschiedene mechanische Prüfungen, beispielsweise Druck- und Siebprüfungen, durchgeführt. Außerdem analysieren die Mitarbeiter die Bestandteile des Tons, um dessen Eigenschaften genau bestimmen zu können.
Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Präsentation über die Ausbildungsmöglichkeiten bei Goerg & Schneider. Das Unternehmen bietet Ausbildungsplätze als Prüftechnologe, Industriekaufmann, Industriekeramiker, Elektroniker und Industriemechaniker an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren. Wer den Betrieb näher kennenlernen möchte, kann zudem ein Praktikum machen.
Bevor es zurück zur Schule ging, gab es noch eine kleine Stärkung sowie ein Gewinnspiel. Dabei sollten die Jugendlichen das Gewicht des Busses schätzen, mit dem sie zum Unternehmen gefahren waren. Die drei besten Schätzungen wurden mit kleinen Preisen belohnt.
Die Ernst-Barlach-Realschule plus mit Fachoberschule Technik und Gestaltung bedankt sich herzlich bei der Firma Goerg & Schneider, insbesondere bei Frau Thomer, Herrn Runge und Herrn Rabago, für den freundlichen Empfang, die informative Betriebsführung und den gelungenen Vormittag. Ein besonderer Dank gilt Frau Bolling und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwald für die Organisation und Begleitung der Exkursion im Rahmen der Klexfahrt. Der Besuch bot den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die Arbeitswelt und zeigte ihnen verschiedene berufliche Perspektiven in einem regionalen Unternehmen auf.

